R. Geisler – ein Interview


Rosie, bitte beschreiben Sie Ihre Kunst.

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Rosie Geisler

Rosie Geisler

Ich male figürlich und immer Menschen. Hauptsächlich Porträts von Musikerinnen und Musikern, die  meist aus dem Genre Blues und seiner Spielarten stammen.
Dabei arbeite ich mit Pastellfarben, dicken Kreiden, mit Kohle, Tinte, Rötel, Aquarellfarben und Farbstiften.
Gerne stelle ich auch Modulbilder zusammen, bei denen ich verschiedene Porträts, oft  mit passenden Stadt- und Landansichten zu einer bestimmten Aussage zusammenfüge.

Welchem Genre würden Sie Ihre Kunst zuordnen?

Es sind Zeichnungen mit malerischem Ansatz, aber keine direkte Malerei.
Die Porträts sind realistisch, aber nicht unbedingt fotorealistisch.

Sie porträtieren hauptsächlich Musiker, zum Beispiel den Grand Old Man des Blues, Charlie Musselwhite, den Musiker und Schriftsteller Richard Bargel oder die Blues Legende John Primer. Wie kommen Sie an diese Leute heran?

Ganz unterschiedlich. Mit Charlie Musselwhite habe ich für einen Radiosender ein Interview geführt, Richard Bargel habe ich durch Bekannte kennen gelernt, andere spreche ich direkt z.B. nach Konzerten an. Oft werde ich auch von Leuten, die ich porträtiert habe, weiterempfohlen.

Und wie gehen Sie dann vor?

Zumeist mache ich mir Skizzen während eines Treffens oder eines Konzertes und dazu einige Fotos. Denn ich möchte den Menschen, die ich zeige, auf eine wahrhaftige und direkte Weise nah sein. Und dazu noch auf einem gemeinsamen Level, denn ich finde, die Musik „hinter dem Bild“ ist genau so wichtig, wie das Porträt des Musikers selbst.
Meine Intention ist, dass der Betrachter nicht nur das Kunstwerk sieht, sondern auch die Musik, die „dahinter“ ist, quasi „hört“.
Zu Hause arbeite ich meine Skizzen, Entwürfe und Notizen aus und dabei entscheidet es sich dann, ob es ein Einzelporträt oder ein Modul-Bild wird und welche Farben und welches Material ich benutzen werde.
Oft füge ich einen Text, ein Statement oder Songfragmente  hinzu, um noch tiefere Schichten der Person und ihrer Beziehung zur Musik darzustellen.
Bei einigen Interpreten, z.B. John Lennon oder Rory Gallagher, die bereits verstorben sind, arbeite ich mit alten Fotos, Zeitungsausschnitten, Schallplattencover etc.

Wieso Modul-Bilder? Was hat es damit auf sich?

Ich denke, dass ein Bild immer etwas vom Speziellen und etwas vom Allgemeinen haben muss: etwas von dem, was in mir selbst vorgeht, wenn ich den Musiker sehe und höre, als auch etwas vom Musiker selbst, von seinen Emotionen und seiner Intention,  aber auch etwas aus seinem Leben, was seine musikalischen Aussagen vervollständigt, z.B. seine Band oder die Gegend aus der er kommt.
So bereiste ich z.B. vor einigen Jahren den Süden der USA, um einen tieferen Einblick in die Geschichte des Blues zu bekommen.
Denn es geht mir immer um eine möglichst hohe Intensität, sowie um die verschiedenen Ebenen, die hinter der Musik stecken und die deutlich werden sollen, und darum zeichne ich so lange weiter, bis sie sich einstellt.
Manchmal braucht es zwei Module, manchmal sechs.

Was macht Ihre Kunst so besonders?

Das soll der Betrachter entscheiden. Außenstehende, die meine Arbeiten mögen, schätzen an ihr, dass sie Wahrheit und Gefühl enthält. Sie merken, dass ich für die Musik und meine Bilder brenne.

Können Sie von Ihrer Kunst leben?

Nein, meine Bilder, die ich als Autodidakt anfertige, sind für mich ein wunderbarer Hobby. Tagsüber verdiene ich mein Geld als Finanzbuchhalterin. Ich beschäftige mich auch gern mit Auftragsporträts, die natürlich nicht unbedingt von Musikern sein müssen.

Und wenn Sie beeinflussen könnten, was die Kritiker über Ihre Kunst schreiben?

Ich würde mir wünschen, dass sie erkennen, wie tief ich in die Menschen und die Musik, die ich male, eindringe. Um auch das zu zeigen, was man auf dem Bild nicht sehen, sondern vielleicht nur spüren kann.

Wo kann man Ihre Bilder anschauen?

Auf zumeist Einzel- , aber auch Gruppenausstellungen, die auf meiner website aufgelistet sind.

Auf dieser website zeige ich auch einige meiner Porträts und erzähle etwas darüber, wen oder was sie darstellen, wie und wann sie entstanden sind und warum.
Schauen Sie doch mal rein!

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